Die Phoenix-Apotheke – Beratungsqualität seit 1964

1964 – 1975

Die Phoenix-Apotheke in der Mainzer Oberstadt wurde am 1. April 1964 von Frau Herta Hafer gegründet. Neben der Leitung der Apotheke entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Mann, einem Chemiker, in den 80er Jahren die Phosphatintoxikationstheorie. Danach können Phosphatzusätze in der Nahrung Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auslösen. Grundlage dieser Theorie waren Beobachtungen an ihrem Adoptivsohn. Sie erstellte eine sehr umfangreiche Ausschlussliste von Nahrungsmitteln, die natürliche oder zugesetzte Phosphate enthalten und daher bei Hyperaktivität zu meiden sind. Hierzu gehören unter anderem Milch und Milchprodukte, Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte, Cola, Vollkornprodukte (insbesondere Hafer), Nüsse und nusshaltige Nahrungsmittel, Wurstwaren, Lecithin, Back- und Puddingpulver sowie daraus hergestellte Produkte und alle kakaohaltigen Nahrungsmittel (z. B. Schokolade). Ihre Erkenntnisse veröffentlichte sie in einem Buch (Herta Hafer "Die heimliche Droge – Nahrungsphosphat. Ursache für Verhaltensstörungen, Schulversagen und Jugendkriminalität", Karl F. Haug Fachbuchverlag ISBN 978-3830408345).

Vom heutigen wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet, sieht man ihre Diät sehr kritisch. Phosphate sind notwendiger Bestandteil der Ernährung und z. B. in Form von Calciumphosphat in den Knochen gespeichert. Wird die beschriebene phosphatarme Diät über einen längeren Zeitraum ganz konsequent durchgeführt, kann es zu einer Mangelernährung kommen. In einer kontrollierten Studie, die an der Mainzer Universitäts-Kinderklinik durchgeführt wurde, ließ sich die Phosphat-Hypothese der Hyperaktivität nicht belegen. Die phosphatreduzierte Diät erbrachte unter Studienbedingungen keine nachweisbaren Erfolge. Trotzdem berichten sowohl Eltern als auch Ärzte, dass vor allem künstliche Phosphatzusätze das Verhalten hyperaktiver Kinder negativ beeinflussen. Bei den Kindern mit ADHS, die auf eine Diät positiv reagieren, scheint Phosphat aber nur ein Faktor unter vielen zu sein.

1975 – 2007

Am 01.02.1975 übernahm Herr Dr.rer.nat. Hans-Herbert Sachse die Phoenix-Apotheke als Pächter. Er wurde am 08.03.1942 als vierter Sohn des am 12.06.1944 verstorbenen Prof.Dr.med. Walter Sachse und seiner Ehefrau Elsa, geb. Preßprich in Mölln geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Mölln und Fulda bestand er am 14.03.1959 die Mittlere Reife an der Mittelschule in Bad Schwartau und legte am 06.02.1962 am dortigem Gymnasium die Reifeprüfung ab. Im Sommersemester 1962 studierte er an der Universität Hamburg Chemie. Ein anschließendes zweijähriges Apothekenpraktikum absolvierte er in der Sternschanzen-Apotheke in Hamburg und legte dort die Pharmazeutische Vorprüfung am 30.09.1964 ab. Das Pharmazie Studium begann er im Wintersemester 1964/65 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Passau und setzte es im Sommersemester 1965 an der Universität Tübingen fort. Am 14.04.1967 legte er vor dem Prüfungsausschuss in Tübingen das pharmazeutische Staatsexamen ab. Vom 01.05.1967 bis zum 31.10.1967 war er in der Kohlmarkt-Apotheke in Lübeck als Kandidat der Pharmazie tätig. Die Bestallung als Apotheker wurde ihm am 31.06.1968 erteilt. Am 01.11.1967 begann er am Pharmazeutischen Institut der Johannis-Gutenberg-Universität in Mainz unter der Anleitung von Herrn Prof.Dr.Dr. E. Mutschler mit der Anfertigung einer Doktorarbeit mit dem Titel: Über die Synthese und pharmakologische Wirkung basisch substituierter 1,8-Dioxo-decahydroacridine, die er am 25.01.1971 mit der Promotion zum Dr.rer.nat. abschloss. Vom 01.06.1968 bis zum 31.05.1969 war er mit der Verwaltung der Dienstgeschäfte eines Wissenschaftlichen Assisten betraut.

Nach verschiedenen Vertretungsbeschäftigungen in öffentlichen Apotheke leistete er im Herbst 1971 seinen Ersatzwehrdienst bei der Bundeswehr am Ernst-Rodenwaldt-Institut als Stabsapotheker der Reserve in Koblenz ab.

Vom 01.04.1972 bis zum 31.12.1974 war er Inhaber der Eschberg-Apothelke in Saarbrücken und übernahm am 01.02.1975 die Phoenix-Apotheke in Mainz als Pächter. 1992 konnte er die Phoenix-Apotheke als Inhaber übernehmen. In dieser Zeit wurden in dem Gebäude der Phoenix-Apotheke eine Kinderarzt- und eine Hautarzt-Praxis etabliert. In der unmittelbaren Nachbarschaft konnten zwei Praxen für Allgemeinmedizin und eine Augenarzt etabliert werden.

Schon Ende der Siebziger Jahre wurde die Organisation der Apotheke von den damals zur Verfügung stehenden EDV-Systemen unterstützt. Mit Beginn der neunziger Jahre wurde von einem POR- auf ein POS-System umgestellt. Während der über 32 Jahren der Leitung der Phoenix-Apotheke wurde 9 Pharmazie-Praktikanten, 15 Apothekenhelferinnen und 5 PTA's ausgebildet.

Im Jahr 2005 wurde die Phoenix-Apotheke als erste Mainzer Apotheke die Zertifizierung des Qualitäts-Management-Systems der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz. erteilt.

Dem erweitertem Vorstand des Landesapothekervereins von Pheinland-Pfalz gehörte Herr Dr. Sachse für ein Jahr an und setzte sich dort für die wirtschaftlichen Belange der Apotheken ein.

Zum 01.04.2007 konnter er die Leitung der Phoenix-Apotheke an seine Tochter Frau Dr. Julia Gentz, geb. Sachse übergeben und ünterstützt seither sie und den Betrieb weiterhin.

 

 

Seit 2007

Im Mai 2007 übergab Dr. rer. nat. Hans-Herbert Sachse die Phoenix-Apotheke an seine Tochter. Frau Dr. rer. nat. Julia Gentz, geb. Sachse, leitet nun als neue Inhaberin die Phoenix-Apotheke.